
Im Alltag lassen wir uns oft von Dingen blenden, die wir als wichtig einstufen: Erledigungen, die Freizeitgestaltung, der Job, das Pflegen von Freundschaften oder der Aufbau von Sicherheit. Das ist alles in Ordnung und in vielerlei Hinsicht notwendig, doch diese Lebensweise führt aus meiner Sicht häufig dazu, dass wir die kleinen Dinge übersehen. Dabei können gerade sie uns aus einer achtsamen Perspektive viel mehr bereichern, als wir uns vorstellen. Wir müssen uns nur die Zeit nehmen und die innere Ruhe finden, um das zu erkennen.
Was ich unter einer "Ikigai-Brise" verstehe
Ikigai ist im Westen häufig als Vier-Felder-Modell bekannt: Leidenschaft, Beruf, Berufung, Mission. Für mich beschreibt der Begriff jedoch etwas Leiseres: jenen Grund, morgens aufzustehen, der sich nicht in großen Lebenszielen erschöpft, sondern in den kleinen Momenten zeigt, die dem eigenen Tag Bedeutung verleihen.
Eine "Ikigai-Brise" ist genau dieser feine Hauch: nicht das große Erwachen, sondern die leichte, stetige Erinnerung daran, was im Leben wirklich trägt. Und genau hier berührt sich diese Sicht mit dem Geist des Shōtōkan Karate.
Der abgenutzte Schwarzgurt: ein Zeichen, das ich nie übersehe
Ein Karateka kennt die Bedeutung eines abgenutzten Schwarzgurts.
Er ist ein kleines, aber deutliches Zeichen der Wertschätzung. Das ist für einen Karateka von großer Bedeutung, denn so lernt er, auch die kleinen Dinge zu schätzen.
Wenn man solchen Gurt sieht – mit Rissen, mit weißem Gewebe, das an den Rändern abgenutzt ist –, dann sieht man kein Zeichen mangelnder Pflege. Man erkennt dadurch Jahre des Trainings, Schweiß, Wiederholung, überwundene Momente. Details, die für sehr viel stehen.
Das große Puzzle, aus dem Karate besteht
Ein abgenutzter Schwarzgurt ist nur ein Teil des großen Puzzles, das Karate ausmacht. Dieses Puzzle besteht aus Verbeugungen, Respekt für das Dōjō, Kontrolle bei Partnerübungen und vielem mehr.
Konkret heißt das:
Was ich unter einer "Ikigai-Brise" verstehe
Ikigai ist im Westen häufig als Vier-Felder-Modell bekannt: Leidenschaft, Beruf, Berufung, Mission. Für mich beschreibt der Begriff jedoch etwas Leiseres: jenen Grund, morgens aufzustehen, der sich nicht in großen Lebenszielen erschöpft, sondern in den kleinen Momenten zeigt, die dem eigenen Tag Bedeutung verleihen.
Eine "Ikigai-Brise" ist genau dieser feine Hauch: nicht das große Erwachen, sondern die leichte, stetige Erinnerung daran, was im Leben wirklich trägt. Und genau hier berührt sich diese Sicht mit dem Geist des Shōtōkan Karate.
Der abgenutzte Schwarzgurt: ein Zeichen, das ich nie übersehe
Ein Karateka kennt die Bedeutung eines abgenutzten Schwarzgurts.
Er ist ein kleines, aber deutliches Zeichen der Wertschätzung. Das ist für einen Karateka von großer Bedeutung, denn so lernt er, auch die kleinen Dinge zu schätzen.
Wenn man solchen Gurt sieht – mit Rissen, mit weißem Gewebe, das an den Rändern abgenutzt ist –, dann sieht man kein Zeichen mangelnder Pflege. Man erkennt dadurch Jahre des Trainings, Schweiß, Wiederholung, überwundene Momente. Details, die für sehr viel stehen.
Das große Puzzle, aus dem Karate besteht
Ein abgenutzter Schwarzgurt ist nur ein Teil des großen Puzzles, das Karate ausmacht. Dieses Puzzle besteht aus Verbeugungen, Respekt für das Dōjō, Kontrolle bei Partnerübungen und vielem mehr.
Konkret heißt das:
- die Verbeugung beim Betreten des Dōjō, auch wenn sie niemand bemerkt
- der respektvolle Umgang mit dem Trainingspartner, der mir gegenübersteht
- die saubere Kontrolle bei Kumite, mit der Priorität den Partner nicht zu verletzen
- die Geduld beim hundertsten Wiederholen einer scheinbar einfachen Technik
- die Disziplin, nach Möglichkeit kein Training ausfallen zu lassen
- das Aufräumen der Trainingsfläche, das genauso zum Training gehört wie die Kata selbst
Warum die kleinen Dinge im Karate so viel lehren
Wer im Dōjō lernt, Aufmerksamkeit auf das Unscheinbare zu richten, trägt diese Fähigkeit irgendwann auch in den Alltag. Somit wird der Mensch letztlich zu dem, was er als Karateka im Dōjō verkörpert. Das ist – wenn ich es so nennen darf – der eigentliche Schatz, den Karate-Training vermittelt: nicht nur Technik, sondern eine Schule der Wahrnehmung.
Diese Wahrnehmung verändert kleine Dinge im Alltag:
- den Atemzug, bevor der Tag beginnt
- das Gespräch, das wirklich geführt wird, statt nebenbei erledigt zu werden
- die Mahlzeit, die bewusst gegessen wird, ohne aufs Smartphone zu schauen
- den Weg zur Arbeit, der nicht nur Strecke, sondern Zeit ist
Was ich daraus mitnehme
Der Schatz liegt selten dort, wo er glänzt. Er liegt im abgenutzten Schwarzgurt. In der stillen Verbeugung. Im Atemzug vor der ersten Bewegung. Eine Ikigai-Brise ist für mich die Erinnerung daran, dass ein erfülltes Leben nicht aus großen Ereignissen besteht, sondern aus vielen kleinen, gut wahrgenommenen Momenten – ein wirklich gelebtes Leben.
Karate ist in diesem Sinne mehr als eine Kampfkunst. Es ist für mich ein täglicher Weg, das Wesentliche nicht aus dem Blick zu verlieren.
— Fiore Tartaglia